Biarritzchen

Frankreich kann kommen – Noch ein Plätzchen zur Fußballweltmeisterschaft

Das ist ja gerade noch einmal gut gegangen. Wir sind im Viertelfinale. Deshalb gibt es von mir noch ein Plätzchenrezept, natürlich ein Französisches. Ich höre schon wieder die Aufschreie, das ist doch gar kein typisches Französisches Plätzchen. Ich wollte auch eher etwas backen, was noch nicht jeder hier kennt. BiarritzchenMacarons finde ich sowieso eher bunt und etwas langweilig, außerdem nicht besonders gschmackig. Da wollte ich nicht unbedingt das 473. Rezept beisteuern. Sablés habe ich hier schon einmal gebacken. Muss auch jetzt nicht unbedingt noch einmal in einer weiteren Variation verbreitet werden. Außerdem sind Sablés sowieso nur Butterplätzchen. Und bei Buttergebäck sind eigentlich ja wir die Spezialisten. Also etwas Neues musste her.

Fündig bin ich schließlich in einem Heyne-Buch aus den 70er Jahren geworden. „Tante Marie Patisserie“ in diesem „Rezeptbuch für die Wunderwelt des französischen Backwerks“ habe ich die Biarritzchen entdeckt. Da in diesem Taschenbuch keine Fotos sind, hat mich zuerst der Name Biarritz angesprochen. Ich war nämlich in meiner Jugend einmal in diesem kleinen Küstenstädtchen. Mein Onkel Ernst aus der Schweiz hatte mich vor meinem ersten Urlaub in Frankreich beraten, was ich unbedingt sehen müsste. Und Biarritz stand ziemlich weit oben auf seiner Liste. Aber als wir jungen Leute dort ankamen, waren wir ziemlich enttäuscht, war es doch nur ein Touristenstädtchen am Meer wie tausend andere. Touristenrestaurants am Hafen und nebendran Souvenirstände. Nach ein paar Stunden Aufenthalt beschlossen wir, sofort weiter zu reisen. So nun wisst ihr warum ich dieses Gebäck ausgewählt habe. Mein Onkel Ernst ist Schuld. Ich weiß ja nicht, ob diese Plätzchen wirklich etwas mit dem Städtchen Biarritz zu tun haben, aber wenn doch, dann wären sie eine Reise wert. Vielleicht würde ich ja dann meine Meinung ändern, wenn ich am Hafen sitze, einen Café Olé schlürfe und ein Biarritzchen knabbere, dann glaube ich, könnte ich sogar die Touristenramschläden am Straßenrand übersehen. Denn die schmecken wirklich sehr gut. Kleine dünne knusprige französische Plätzchen mit einer feinen Schokolade überzogen und einer Prise Kokos ausgarniert. Mehr braucht das Konditorherz nicht:

Biarritz

Biarritzchen – Französische PlätzchenBiarritzchen

Rezept (für ca. 60 Stück):
100 g fein geriebene Mandeln
100 g Zucker
100 g Butter
2 Eiweiß (60 g)
20 g Weizenmehl
Etwas geriebene Zitronenschale
Mark einer viertelten Vanilleschote

Garnitur:
Zartbitterkuvertüre
Kokosraspeln

Zubereitung:
Eiweiß mit der Hälfte des Zucker zu einem Eischnee schlagen. Dann mache ich die Butter schön weich und rühre sie mit dem restlichen Puderzucker schön cremig. Dann hebe ich vorsichtig den Eischnee unter die cremige Butter. Zum Schluss hebe ich noch die Mandeln und das Mehl unter die Masse. Dann spritze ich mit einem Spritzbeutel und einer 11 mm großen Lochtülle kleine Tupfen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech. Natürlich kann man auch mit einem Löffel kleine Häufchen setzen. Wichtig jedoch ist, dass ich genug Abstand lasse zwischen den Plätzchen, denn sie laufen ziemlich breit. Dann im vorgeheizten Ofen bei ca. 175 ° C für ca. 7 – 9 Minuten goldgelb backen.Biarritzchen Nach dem Auskühlen überziehe ich die Plätzchen noch mit temperierter Zartbitterkuvertüre und streue ein paar Kokosraspeln darüber. Entweder man taucht die ganze Oberseite einBiarritzchen oder man taucht die Biarritzchen einfach bis zur Hälfte in die Schokolade.Biarritzchen Was einem besser gefällt.

Dann kann ich nur noch hoffen, dass wir uns gegen Frankreich etwas leichter tun und ich dann noch ein Plätzchen heraussuchen muss. Vielleicht wird’s ja ein Brasilianisches.

In diesem Sinne

Ihr Konditormeister Martin Schönleben

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