Die feinsten Plätzchen Rezepte

Falsches Butterbrot

Liebe Heike,

du willst unbedingt Butterbrote. Damit kann ich leider nicht dienen, da ich zur Zeit nur an Plätzchen denken kann. Du hast ja auch schon ziemlich viele Butterbrote bekommen, deshalb gibt es für dich von mir “Falsche Butterbrote”. Damit musst du dich zufrieden geben, ob dein Sponsor auch so etwas gelten lässt? Aber darüber muss ich mir ja nicht den Kopf zerbrechen. Für mich zählt nur, ob sie gut schmecken. Und ich muss sagen, es ist ein gar köstliches Gebäck.

Denn die falschen Butterbrote sind ein altes bayerisches Rezept. Sie sind zwar ein wenig aufwändig, aber machen sich wirklich wunderbar in jeder Plätzchenmischung. Ich persönlich liebe ja solche alten Rezepte und da mein Ursprungsrezept noch aus einem alten Plätzchenrezeptebuch stammt, passt es auch wunderbar in Dorothées alte Schätzchen.

Liebe Dorothée,

du suchst für Zorras Blogevent unsere alten Kochbuchschätzchen. Meines sollst du haben:

„Die feinsten Plätzchen Rezepte“ heißt das Buch, gesammelt hat die Rezepte Olli Leeb. Für mich ist es das Standart-Plätzchenbuch überhaupt. Die erste Auflage muss wohl in den 70er-Jahren des letzten Jahrtausends erschienen sein und seit dem gibt es fast jedes Jahr eine neue Auflage. Wahrscheinlich ist es immer noch erhältlich.

Mein Buch ist von 1988 und damals waren schon über 100 000 der Plätzchenbücher verkauft. Was mir an diesem Buch gefällt ist, dass es sich auf das Wesentliche beschränkt, nämlich auf die Rezepte. Keine von Food-Designern aufgestylten kleinen Kunstwerke, die man sogar als Fachmann oftmals gar nicht so hinbekommt, wie auf dem Foto dargestellt. Bei manchen Büchern muss man ja schon froh sein, wenn das Rezept mit dem Foto übereinstimmt. Aber zurück zum Buch, denn den Erfolg macht wahrscheinlich die Schlichtheit aus: Bei jedem Rezept eine einfache Erklärung der Arbeitsschritte und noch zusätzlich eine kleine Zeichnung, damit man weiß, wie das fertige Gebäck aussehen soll. Fertig und gut, mehr braucht’s nicht wirklich. Gut ein paar Fotos hat das Buch auch, aber die sind ehrlich gesagt nicht erwähnenswert.  Aber mein Fazit für die feinsten Plätzchen von Olli Leeb ist: Plätzchen, Plätzchen, Plätzchen einfach nur viele alte traditionelle Rezepte.

Deshalb hier für die beiden Mädels und alle anderen, die noch etwas suchen für ihre Weihnachtsmischung, das von Olli Leeb gesammelte Rezept für falsches Butterbrot, und von mir nur minimal, aber wirklich nur minimal veränderte Rezept:

Rezept (für ca. 60 Stück):
70 g Butter
140 g Zucker
1 g Zimt
1 g Piment
1 g Vanille
20 g Eigelb (1 Stück)
50 g Eier (1 Stück)

90 g Mehl
210 g geriebene, geröstete Haselnüsse
110 g Zartbitterschokolade fein gerieben

für die Butter:
60 g Eigelb (3 Stück)
120 g Puderzucker
Pistazien grob gehackt

Zuerst habe ich die zimmerwarme Butter mit dem Zucker verknetet. Hier hinein gebe ich die Gewürze und dann Eigelbe und Eier nach und nach. Zum Schluss knete ich nur noch das Mehl, die Haselnüsse und die Zartbitterkuvertüre unter. Jetzt forme ich Rollen, die ich ein bisschen flach drücke damit eine ovale Form entsteht. Diese Rollen lege ich auf ein Backpapier und gebe sie in den Froster für ca. 3 Stünden. Wenn sie gut durchgekühlt sind, dann schneide ich etwa 0,5 cm dicke Brotscheiben ab. Diese lege ich auf ein Backblech, dass ich vorher mit Backpapier ausgelegt habe. Nun ab in den Ofen, bei etwa 180 ° C (Umluft) backe ich meine falschen Butterbrote für etwa 8 – 12 Minuten schön goldbraun. Dann wird die Butter gemacht.

Einfach das Eigelb mit der Hälfte des Puderzuckers schön cremig schlagen. Dann den restlichen Puderzucker nach und nach unterrühren. Die Meisten, die dieses Rezept beschreiben, streichen nun die Eigelbbutter auf die Brotscheiben. Ich mache mir ein kleines Papiertütchen und spritze die Butter auf die Scheiben. Aber vorher drehe ich die Plätzchen noch um, damit die gerade Seite oben ist. Beim Aufspritzen muss ich nur darauf achten, dass ich nicht zu weit nach außen komme, sonst läuft die Butter am Rand herunter. Anschließend streue ich noch den Pistazienschnittlauch darüber und lasse die Butter nur noch antrocknen.

Mir bleibt nur noch allen viel Spaß beim Nachbacken zu wünschen

In diesem Sinne Ihr Konditormeister

Martin Schönleben

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19 comments on “Falsches Butterbrot

  1. Lieber Martin,
    solche Bücher sind wahrlich die wirklichen alten Schätzchen. Vielleicht wäre das auch für mich als Back-Verweigerer geeignet.
    Und mit Heike bin ich am liebsten im Kombi-Event :-).

  2. Tolles Buch. Das würde mir auch gefallen. Und das Rezept finde ich auch super. Sieht ja sehr inspirierend aus.

    Liebe Grüße
    Anna

  3. Liebe Manu,

    und man kann die Schlangen auf Vorrat einfrieren und dann nach Bedarf immer eine Schlange herausholen, schneiden, backen und fertig machen.

    Mit rationalisierten Grüßen

    Martin

    1. Liebe Petra,

      ich liebe dieses alte bayerische Plätzchen und ich bin schon gespannt, wie sie auf meinem Plätzchenkurs heute abend ankommen werden. Aber deine Plätzchensammlung ist schon imponierend, da müssen sich aber viele Bäcker und Konditoren anstrengen, damit sie da mithalten können.

      Es grüßt aus dem Westen von München

      Martin

  4. Weihnachten backe ich immer Kekse, auch zum Verschenken, und ich liebe alte Rezepte. Sonst habe ich für die Mitarbeiter des Ladens, der meine Brote verkauft, immer Lebkuchen als Dankeschön gebacken, aber die falschen Butterbrote sehen so nett aus, dass ich dieses Jahr mal wechsele.
    Karin

    1. Liebe Barbara,

      keine Ahnung wo dein Kommentar hin ist. Habe sogar extra den Spamordner stundenlang durchforstet, ohne etwas von dir zu finden. Wahrscheinlich hat ihn die internationale Kommentarmafia entführt und hält den Kommentar jetzt an einem geheimen Ort im Internet fest.

      Es grüßt jetzt ganz ohne Kommentar mit Tränen in den Augen

      Martin

  5. Lieber Martin,

    was für ein geiler Blog. Der heimliche Konditor in mir wird ganz ekstatisch… Hoffentlich lebe ich noch lange genug, um hier ganz viel nachbacken zu können… ;-)

    Liebe Grüße, Dirk

    1. Lieber Dirk,

      ich bin schon ganz rot im Gesicht von deinem Lob. Ansonsten bleibt mir nur noch (nicht ganz uneigennützig) dir ein langes Leben zu wünschen.

      In diesem Sinne: “Back mas”.

      Martin

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