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Ich backe anders - Der Rezepteblog von Kultbäcker Martin Schönleben

Bärlauch-Fougasse

Im April kann ich natürlich nur Bärlauch denken. Deshalb war die Honigmondtorte auch nur ein kleiner Ausrutscher. Aber jetzt mache ich mich auf den Weg nach Frankreich. Denn in unserem Nachbarland gibt es mehr als nur Baguette zu entdecken. Etwa in der Provence backen die südfranzösischen Bäcker und Bäckerinnen die knusprigen Fougasse. Wenn man sich die Landkarte dann einmal genau anschaut, findet man genau neben der Provence das italienische Ligurien und dort gibt es auch ein Fladengebäck und der Name klingt auch noch ähnlich: “Foccacia”. Die zwei sind unbedingt Geschwister und hatten somit die gleichen Eltern, nämlich das lateinische “Panis focacius”. Dieses Brot wurde, wie der Name schon sagt, im Herd oder in der Asche gebacken. Führende Lateinlehrer behaupten jedenfalls, dass “focus” Herd bedeutet. Dies muss ich so als gegeben hinnehmen, mangels lateinischer Grundausbildung. Wahrscheinlich haben die Südfranzosen aus diesem in ganz Ligurien beliebten Fladenbroten ihre Fougasse entwickelt. Sagt das aber bitte nicht den Franzosen weiter, sonst sind sie am Ende noch beleidigt und ich kann im Urlaub nicht mehr dorthin fahren.

Aber das Wichtigste an diesem Brot ist ja nicht, wer es erfunden hat, sondern dass es einfach wunderbar schmeckt und schön knusprig ist. Aber vor allem die Form ist ein Hingucker und deshalb auf jeder Grillparty der Renner. Vielleicht wird es ja doch noch einmal etwas wärmer und der Grill kann endlich aufgebaut werden. Aber genug der vielen Worte jetzt wird gebacken:

 

Rezept (6 Stück):
1000 g Weizenmehl
17 g Salz
40 g Hefe
20 g Olivenöl
700 ml Wasser
60 g Bärlauch

Zubereitung:

Wie immer, verzichte ich auf den Vorteig. Wer es noch nicht weiß, einfach den Teig etwas länger liegen lassen, dann braucht man auch keinen Vorteig zu machen.

Zuerst aus Wasser, Hefe, Salz, Öl und Weizenmehl einen Teig kneten. Abdecken und ca. eine halbe Stunde ruhen lassen. In der Zwischenzeit den Bärlauch fein hacken. Jetzt den Bärlauch gut unterkneten. Anschließend Teigstücke von ca. 300 g abstechen und auf den bemehlten Tisch legen. Diese Teigstücke etwas ruhen lassen und dann quadratisch ausrollen. Jedes Fougasse fünf bis sieben mal einschneiden – in der Mitte einen großen Schnitt, rechts und links je zwei oder drei kleinere. Dann die Fougasse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, dabei die Einschnitte schön auseinander ziehen. An einem warmen Ort gehen lassen. Wenn sich die Brote etwa verdreifacht haben im vorgeheizten Ofen bei ca. 220 ° C etwa 15 bis 25 Minuten backen. Nach etwa 10 Minuten den Ofen auf 190 ° C zurück schalten. Wenn die Fougasse in den Ofen geschoben werden, für etwas Dampf sorgen.

Wem ein Ganzes zu groß ist, der kann natürlich auch ein Halbes backen.

Und für alle, die noch mehr über den Bärlauch wissen wollen, haben wir noch ein paar Veranstaltungen:

Am 16. April: Kräuterdekorationen, blühende Ideen zum Frühling. Ute Kunkel zeigt, dass Kräuter sich auch wunderbar für Dekorationen aller Art eignen.

Am Donnerstag den 19. April gleich zwei:

Unser Bärlauchweißwurstkurs von meinem Nachbarn Wolfgang Wirth. Wer immer schon einmal wissen wollte, wie die Weißwurst eigentlich gemacht wird und was der Bärlauch da drin zu suchen hat, ist hier bestens versorgt. Am Schluss gibt’s natürlich eine Brotzeit mit Brezen, und Weißbier.

Dann der Ökologievortrag von Daniel Gottstein: “Bärlauch aus kräuterpädagogischer Sicht” Wer mehr über den Bärlauch wissen will, woher der Name kommt? Warum er noch gesünder wie Knoblauch ist. Wie man ihn am besten verwendet usw., der ist bei Daniela Gottstein bestens aufgehoben.

Am 24. April der Handarbeitskreis unserer  Strickliesel Irmgard Kargl.

Am 25. April kommt mein Bärlauch- und Kräuterbackkurs: Für alle, die meine Rezepte nicht immer nur lesen wollen, sondern einmal mit mir zusammen backen wollen.

Am 28. April gibt es von Marie-Luise Frost eine Bärlauch-Kräuterwanderung: Ein Spaziergang, bei dem Sie die heimischen Wildkräuter kennen lernen können. Die Landschaftsgärtnerin und Floristin zeigt Ihnen, wie man den Bärlauch eindeutig erkennen kann und entdeckt bestimmt auch noch andere leckere Wildkräuter.

Näheres in unserer Bärlauchbroschüre: Die kleine Bärlauchbroschüre 2012

Ansonsten wünsche ich nur noch viel Spaß beim Nachbacken und vielleicht sehen wir uns ja auf der einen oder anderen Veranstaltung.

Ihr Konditormeister Martin Schönleben

PS: Da am Samstag veröffentlicht, ist es beim Tobias natürlich gut aufgehoben: Kochrezepte Basar am Wochenende

 

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Comments Closed

6 Comments

  1. April 16, 2012    

    Starkes Rezept! Ich hab’s gerade ausprobiert und bin sehr zufrieden :). Danke fürs Teilen und einen schönen Abend noch!

    • April 17, 2012    

      Liebe Gisa,

      freut mich, schön dass du so zufrieden bist.

      Zufriedene Grüße

      Martin

  2. April 17, 2012    

    Ach wie schön das aussieht!

    • April 17, 2012    

      Liebe Melanie,

      schön dass er dir gefällt der kleine Franzose.

      Es sagt leise ciao auf italienisch der bayerische Martin

  3. April 21, 2012    

    Herrlich! Könnt ich auch mal wieder machen! Schmeckt wunderbar! Danke für die Erinnerung!
    Liebe Grüsse
    Susann

  4. April 22, 2012    

    Liebe Susann,

    da kann ich nur zustimmen, unbedingt mal wieder backen.

    Es grüßt

    Martin

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Wir suchen ab September 2014 Auszubildende zum/zur Konditoreifachverkäufer/in und zum/zur Konditor/in.
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